Der Ort Laudenbach liegt am Fuße einer Bergzunge, die sich nach Osten hin in das Maintal
schiebt. Oberhalb des Ortes sind noch Reste einer Burganlage erhalten, die für die
Geschichte Laudenbachs bestimmend war. Die Burg, im 13. Jahrhundert noch im Besitz des
Adelsgeschlechts Hohenlohe, kam durch Verkauf später durch Heirat in wertheimhennebergisches
Eigentum. Durch aufständische Bauern wurde die Burg im Bauernkrieg
1525 niedergebrannt und zerstört. Von der einst wehrhaften Anlage, die durch Steilhänge
und Halsgraben begrenzt war, sind heute nur noch Mauerreste und Ruinen zweier Bergfriede
erkennbar. Nachdem der Bauernaufstand niedergeschlagen war, mußten die Bauern in
Fronarbeit ein neues Schloß errichten. So entstand das Renaissanceschlößchen im Ort, das
heute noch mit seinen Treppengiebeln die Ortsansicht prägt. Ein Relief über dem Portal im
Treppenturm trägt die Jahreszahl 1566.
Auch das alte Rathaus entstand durch Fronleistungen der Ortsbewohner im Jahr 1635. Nach
der Eingemeindung Laudenbachs als Ortsteil von Karlstadt 1978, verlor das Rathaus seinen
ursprünglichen Zweck. Es dient jetzt der Feuerwehr als Unterkunft, ein anderer Teil ist als
Wohnung vermietet.
In Laudenbach hatten sich seit dem 16. Jahrhundert Juden angesiedelt, weil ihnen ein
fürstbischöfliches Gesetz untersagte, ihren Wohnsitz in Karlstadt zu haben, dies aber in den
benachbarten Orten erlaubte. Im 18. Jahrhundert gab es dann im Ort eine Synagoge, und ein
Judenfriedhof wurde oberhalb der Burgruine am Waldrand angelegt, der als einziges Zeugnis
der jüdischen Glaubensgemeinde die Gewaltherrschaft überdauert hat.
Die katholische Pfarrkirche ließ Fürstbischof Julius Echter erbauen. Auf einer erhöhten
Stelle, dicht umdrängt von Häusern, ragt der typische, spitze Juliusturm heraus. Die
im 2. Weltkrieg stark zerstörte Kirche wurde wieder stilgerecht aufgebaut. Am Chorbogen der
St. Ägidius-Kirche weist das Echterwappen auf den Erbauer hin.
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